Schwache Verkehrsteilnehmende ins Zentrum rücken

Die neuesten Unfallzahlen des Bundesamtes für Strassen (ASTRA) belegen es einmal mehr: Die schwachen Verkehrsteilnehmenden müssen besser geschützt werden. Der VCS Verkehrs-Club der Schweiz appelliert an die Behörden, den Fuss- und Veloverkehr endlich ins Zentrum der Verkehrssicherheitspolitik zu stellen.
Trotz des tragischen Carunglücks von Siders fällt die ASTRA-Unfallstatistik für das erste Halbjahr 2012 in vielerlei Hinsicht positiv aus. Auch die Zahl der verunfallten Velofahrenden sank endlich wieder einmal. Bedenklich ist hingegen, dass die Zahl der schwer verletzten und tödlich verunglückten Fussgängerinnen und Fussgänger erneut anstieg.
Der VCS ruft deshalb die zuständigen Behörden auf, die schwachen Verkehrsteilnehmenden ins Zentrum zu rücken. Eine zweckmässige Verkehrssicherheitspolitik darf sich nicht in erster Linie am Auto orientieren; sie muss sich auf den Fuss- und Veloverkehr ausrichten.
Temporeduktionen am wirksamsten
Die wirksamste Massnahme zum Schutz der schwachen Verkehrsteilnehmenden sind Temporeduktionen. Innerorts wäre es notwendig, die Höchstgeschwindigkeiten konsequent zu senken. Insbesondere ist dies dort notwendig, wo viel Fuss- und Veloverkehr unterwegs ist.
Autofahrende können die Strecke bei niederen Tempi besser überblicken; zudem verringert sich der Bremsweg. Gleichzeitig sinkt für die schwachen Verkehrsteilnehmenden die Gefahr, bei einer Kollision schwer verletzt oder getötet zu werden. Gerade auf Hauptstrassen können sich Tempo-30-Zonen sehr positiv auswirken.
Bauliche Verbesserungen wie gesicherte Linksabbiegespuren für Velos, Velowege oder Verkehrsberuhigungsmassnahmen auf Hauptstrassen tragen ebenfalls dazu bei, die Sicherheit zu erhöhen. Konsequente Polizeikontrollen und Präventionskampagnen sind weitere wichtige Massnahmen, um die Unfallzahlen zu senken.
Ebenso wichtig ist aber auch der gegenseitige Respekt. Der VCS appelliert deshalb an alle Verkehrsteilnehmenden, aufeinander Rücksicht zu nehmen.