Fernbusse schaden der Umwelt und den Steuer-Investitionen

Wiese

Der VCS hält die Erlaubnis des BAV, den Testbetrieb für Fernbusse aufzunehmen, für unverantwortlich. Damit werden auf den wenigen rentablen Strecken der Bahn die Steuer-Investitionen untergraben und der Umwelt Schaden zugefügt.

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat einen Bericht der Zeitung «Blick» bestätigt, wonach bereits per Mitte Juni Testfahrten für kommerzielle Fernbusbetreiber des Unternehmens «Domo-Reisen» erlaubt werden. Statt Dumping-Angebote mit dem Fernbus zu erlauben, soll das BAV dafür sorgen, dass die öV-Preise nicht weiter steigen und möglichst viele und attraktive Sparbillette im Angebot sind.

Schlecht für die Umwelt

Bei gleicher Auslastung stossen Fernbusse in der Schweiz bis zu 10 Mal mehr CO2 aus als die Eisenbahn. «Wir fördern die Eisenbahn in der Schweiz gerade auch der Umwelt zuliebe sehr stark, denn sie ist das ökologischste Massentransportmittel überhaupt. Den öffentlichen Verkehr parallel und doppelt zu führen, sorgt ganz sicher für mehr Dreck als lediglich ein System», erklärt VCS-Präsidentin Evi Allemann.

Steuergeld wird verschleudert

Die Bundesbehörden schneiden sich mit diesem Entscheid ins eigene Fleisch. Wie die vorgesehenen Teststrecken «St. Gallen–Genf», «Basel–Zürich», «Basel–Lugano» und «Sion–Chur» zeigen, werden die Fernbusse auf Strecken verkehren, auf denen die Eisenbahn rentabel ist.

Werden nun Fernbusse für den kommerziellen Betrieb zugelassen, werden diese nur dort verkehren, wo sie Gewinne einfahren. Auf genau diesen Strecken kann aber auch die SBB Geld verdienen – und kann so unrentable Strecken in ländlichen Regionen querfinanzieren.

Die Gewinne, die der SBB auf ihren Paradestrecken entgehen, wird der Steuerzahler ausgleichen müssen. Das ist nicht im Sinne der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger. Warum Buspassagiere für diesen Test sogar gratis mitfahren können, ist unerklärlich. Die Nachfrage nach diesem Gratis-Angebot wird entsprechend gross sein. Mobilität zum Nulltarif ist grundsätzlich ein falscher Ansatz.

Kontaktinformationen

Evi Allemann, Präsidentin VCS, 079 560 72 94