Auf den Standort Chliforst verzichten!

Chliforst

Bevor ein Verdikt über einen neuen Standort einer Werkstätte auf der grünen Wiese gefällt werden kann, erwartet der VCS, dass die strategischen Spielchen zwischen der BLS und SBB-Leitung beendet werden, damit eine volkswirtschaftlich sinnvolle Lösung erarbeitet werden kann. Dabei könnte eine Service-Anlage in Biel in Kombination mit z.B. Givisiez, die von der BLS zwischenzeitlich genutzt werden soll, zielführend sein um die Gesamtkosten und den Kulturlandverlust zu senken. 

Ein Standort in Biel wäre ideal – da nur an diesem genügend Platz für eine Lösung ohne zusätzlichen Kulturlandverbrauch vorhanden wäre. Der VCS beteiligte sich an der neuen Begleitgruppe Werkstätte und verfolgte die bislang nicht befriedigende Zusammenarbeit der SBB und BLS sehr kritisch. Die bisherigen Ergebnisse nur zur Serviceanlage (SA) zeigen, dass der Standort der SA Biel zu wenig Kapazität aufweist für einen vollen Ersatz. Insbesondere die Einfahrtskapazität in die Werkstätte und die Zufahrtskapazität zwischen Bern und Biel für ungeplante Reparaturen (nicht aber für geplante) wurden als kritisch betrachtet. Die Begleitgruppe hatte nur die Umnutzung der SA Biel abgeklärt. Weder die drei anderen Standorte in Biel (Güterbahnhof, Werk Biel und Rangierbahnhof) noch eine Kombination einer weiteren, bestehenden Anlage – zum Beispiel Givisiez, die von der BLS zwischenzeitlich genutzt werden soll – wurden geprüft. Ohne Kosten-Nutzen-Rechnung können aber die Vor- und Nachteile nicht objektiv abgewogen werden. 

Beide zur Verfügung stehenden Standorte im Westen von Bern sind mit einem erheblichen Kulturlandverlust verbunden. Der von der Begleitgruppe seinerseits priorisierte (rund 60% der Begleitgruppe) Standort Chlyforst Nord ist aus Sicht des VCS ein raumplanerischer Sündenfall, da es sich um eine Inselbauzone ausserhalb des Siedlungsgebietes handelt. Der Standort birgt zudem ein namhaftes Prozess-Risiko, da nicht klar ist, ob die für die Waldnutzung benötigte Standortgegebenheit vorhanden ist. Dies gerade auch, da in kurzer Distanz davon mit Niederbottigen ein aus raumplanerischer, technischer und finanzieller Sicht umsetzbarer Standort existiert. 

Zur Vernehmlassungsantwort 

Weitere Informationen:

VCS-Sektion Bern, Jan Remund, Präsident, 079 917 15 29
VCS-Sektion Bern, Stéphanie Penher, Geschäftsleiterin, 079 711 19 15