Städter steigen vom Auto auf den öV um

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Der Mikrozensus 2015 Mobilität und Verkehr zeigt, dass immer mehr Menschen in den Schweizer Städten auf den öffentlichen Verkehr statt auf das Auto setzen. Um diesen Trend zu unterstützen, braucht es verstärkt Investitionen in den öV sowie in die Velo-Infrastruktur und die Digitalisierung des Verkehrs.

Der Mikrozensus 2015 Mobilität und Verkehr zeigt, dass das Auto in der Schweiz noch immer Vorfahrt geniesst. Insbesondere in ländlichen Regionen setzen die Schweizerinnen und Schweizer auf Autos. In den Agglomerationen findet allerdings ein Gegentrend statt. Der Anteil des öffentlichen Verkehrs ist von 25 Prozent im Jahr 2010 auf 28 Prozent im Jahr 2015 gestiegen. Der Anteil des Veloverkehrs blieb in diesem Zeitraum mit 10 Prozent allerdings konstant. Umso wichtiger sind Investitionen in die Velo-Verkehrsinfrastruktur. Im Trend liegen E-Bikes. Mittlerweile besitzen rund 10 Prozent der Schweizer Haushalte ein Velo mit Elektroantrieb. Diese Form der Mobilität bietet die Chance, auch längere Pendlerdistanzen mit dem Velo zurückzulegen und damit auf das Auto zu verzichten.

Die Auslastung der Autos ist gegenüber 2010 nochmals leicht auf 1.56 Personen pro Auto zurückgegangen (1.6 Personen im Jahr 2010). Dies ist schlecht für die Umwelt. Deshalb ist es wichtig, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen, um Carpooling und Carsharing voranzubringen. Beides steckt in der Schweiz noch in den Kinderschuhen.

Wem gehört die Strasse?

Das Auto hat unbestritten auch in Zukunft einen wichtigen Platz in der Mobilitätskette der Schweiz. Wichtig sind dem VCS zwei Punkte: Zum einen darf die Strasse nicht alleine den Autos gehören. Zudem ist es zwingend nötig, dass die Autos mit nicht-fossilen Treibstoffen fahren, also mit Strom aus erneuerbaren Quellen, Bio-Gas oder Wasserstoff.

In der Schweiz steht Velofahrerinnen und Fussgängern viel zu wenig Platz zur Verfügung. Das zeigen die neuen Verkehrszahlen des Bundesamtes für Statistik. Das ist keine Überraschung, denn in der Schweiz wird kaum in die Veloinfrastruktur investiert. Das ist im Ausland teilweise deutlich anders: In Kopenhagen etwa legen heute schon mehr als die Hälfte der Menschen ihren Arbeitsweg mit dem Velo zurück, weil die Velowege entsprechend ausgebaut sind.

Mobilität mit Zukunft - nachhaltig und entschleunigt

Wenn wir heute in Infrastruktur investieren, beeinflussen wir damit die Mobilität der Zukunft: Der VCS ist dezidiert der Ansicht, dass es mehr Mut und Geld braucht, um Projekte wie Mobility Pricing, Carpooling und Carsharing oder etwa die digitale Verkehrssteuerung voranzutreiben. Zudem müssen wir uns von der Hypermobilität verabschieden.

Kontaktinformationen

Matthias Müller, Leiter Kommunikation und Public Affairs, 079 757 00 91